FDP will Pforzheimer Ausländerbehörde stärken

27.01.12

Laut dem Institut Prognos werden Baden-Württemberg 2015 etwa 280.000 Fachkräfte fehlen, bis 2030 voraussichtlich sogar 500.000. Und schon jetzt tun sich Unternehmen der Region zusehends schwerer, qualifizierte Beschäftigte zu finden. Die FDP-Gemeinderatsfraktion will Pforzheim deshalb auf den Wettbewerb um ausländische Arbeitnehmer vorbereiten. Als erste Maßnahme fordern die Liberalen in einem Gemeinderatsantrag eine Aufwertung der städtischen Ausländerbehörde. "Schon der erste persönliche Kontakt mit der Behörde entscheidet oftmals darüber, ob ein ausländischer Arbeitnehmer sich willkommen fühlt", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Philipp Paschen. Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde seien gewissermaßen Pforzheims Botschafter.

Ideen für die Aufwertung soll nach Vorstellung der Liberalen die Studie des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) „Die Visitenkarte einer Stadt – Ausländerbehörden und ihr Angebot für hoch qualifizierte Migranten“ liefern. Die Studie zeige eine Reihe guter Beispiele aus deutschen Großstädten auf, von denen auch Pforzheim noch lernen könne. „Fachkräfte kennen ihren Wert und erwarten deshalb auch gewisse Standards bei Service und Beratung“, sagte Paschen.

Auch FDP-Stadtrat Prof. Dr. Bernd Noll ist überzeugt, dass der Wettbewerb um die klugen Köpfe Reformen erfordert. „Es muss geprüft werden, ob die Mitarbeiter beispielsweise Englischfortbildungen brauchen, wie Wege und Wartezeiten verkürzt werden können, wie wir ein Qualitätsmanagement einrichten können und auch, wie man eine bessere Vernetzung mit Institutionen wie der IHK oder der Kreishandwerkerschaft erreichen kann“, sagte Noll. Er setze aber auch auf die Erfahrung und das Engagement der Behörde und ihrer Mitarbeiter selbst. Man könne die Bedeutung des Ausländerwesens für den Standort Pforzheim nicht hoch genug einschätzen.


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